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Erziehungskonzept

 Erziehungskonzept

 Erziehungskonzept der Heinz-Neukäter-Schule 

Grundgedanke

Unsere Schülerinnen und Schüler sind aufgrund ihrer bisherigen Sozial- und Schulerfahrungen in vielerlei Hinsicht verunsichert. Ihr Handeln wird bestimmt durch subjektive Theorien, die sie in der Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt gebildet haben. Sie entwickeln Handlungsstrategien, um mit den Bedingungen ihrer Lebenswelt zurecht zu kommen. Die in diesen verunsichernden Bedingungen entwickelten Handlungsstrategien führen jedoch häufig zu negativen Ergebnissen, zu sozialer Ablehnung und schulischem Versagen.

Die Heinz-Neukäeter-Schule bietet einen Raum für Gegenerfahrung, in dem die Schülerinnen und Schülern ihre bestehenden subjektiven Theorien hinterfragen und alternative, angemessene Handlungsstrategien entwickeln sollen. Ziel ist es, (wieder) eine erfolgreiche Teilhabe an Schule und Gesellschaft zu erreichen (siehe Schulkonzept der Heinz-Neukäter-Schule).

Grundlegende pädagogische Gestaltungsmerkmale der Heinz-Neukäter-Schule sind gemäß diesem Auftrag ein eindeutig definierter, sicherheitsgebender Orientierungsrahmen und die Vermittlung klarer Erziehungsbotschaften. Dies wird im Erziehungskonzept der Heinz-Neukäter-Schule genauer dargestellt.

Im Folgenden werden die pädagogische Grundidee (1.), Maßnahmen der Prävention (2.) und Intervention (3.) sowie die Arbeitsprinzipien und Gestaltungsmerkmale  der Bereiche Sozialpädagogische Unterstützung (4.), Netzwerkarbeit und Elternarbeit (5.) beschrieben.

 

  1. Schulinterner pädagogischer Grundkonsens

Innerhalb des Kollegiums der Heinz-Neukäter-Schule gibt es einen kollegialen Konsens und eine grundlegende Übereinstimmung bezüglich der pädagogischen Haltung, die den Schülerinnen und Schülern gegenüber repräsentiert wird. Sie ist handlungsleitend für alle pädagogischen Maßnahmen und wird immer wieder anlassbezogen kollegial reflektiert.

  • Verpflichtung zu einem orientierungsgebenden pädagogischen Handeln (klare Verhaltenserwartungen formulieren und konsequent einfordern sowie positives Bemerken von sozial erwünschtem Verhalten) bei gleichzeitiger Gestaltung eines sicherheitsgebenden, wertschätzenden Beziehungsklimas, das die Basis zu einer vertrauensvollen gemeinsamen Arbeit mit den Schülern begründet.
  •  „Pädagogik aus einer Hand“- das Schulteam verfolgt übereinstimmende pädagogische Zielsetzungen, formuliert gleichlautende Erwartungen und erarbeitet stimmige pädagogische Handlungsansätze (regelmäßiger Austausch über gemeinsam zu repräsentierende Regel- und Konsequenzsysteme, pädagogische Verabredungen und Gestaltung von schulinternen Rahmenbedingungen).
  • Pädagogisches Bekenntnis zu einer Haltung der niedrigschwelligen Intervention (Störungen in der Entstehung erkennen und frühzeitig pädagogisch beantworten statt einer Eskalation zuzusehen).
  • Pädagogisches Handeln nach dem Prinzip der situationsbezogenen pädagogischen Konsequenz und dem Prinzip der Wiedergutmachung.

 

  1. Präventiv wirksame pädagogische Gestaltungsaspekte

Durch die Betonung von strukturierenden Gestaltungselementen, sollen die Schülerinnen und Schüler Orientierung und Sicherheit vermittelt bekommen. Ein klarer Orientierungsrahmen kann manchmal schon die Entstehung von schwierigen sozialen Situationen und Konflikten verhindern.

  • Transparente, schulintern abgestimmte Regelwerke, Konsequenz- und Verstärkersysteme.
  • Classroom-Management (strukturgebende Elemente, Rituale, …).
  • Organisation eines pädagogisch gestalteten Pausenangebots, das verschiedene Möglichkeiten zu einer sinnvollen Beschäftigung und/oder zur Erholung bereithält, welches intensiv pädagogisch betreut wird und den unterschiedlichen Bedürfnissen der Schüler entgegenkommt (Pause als sozialer Lernraum: Bewegungspause, Müslipause, Kiosk-Angebot, HS-Pause, Entspannungspause, etc.).

Zudem werden verschiedene Präventionsangebote im schulischen Angebot verankert:

  • Regelmäßige Nutzung von Präventionsangeboten seitens der Polizei („Mobbing“, „Gewaltprävention“ etc.).
  • Wöchentlich im Stundenplan verankerte „Achtsamkeitsstunde“ (ein empirisch überprüftes Trainingsprogramm zur Emotionswahrnehmung und-regulation für Schülerinnen und Schüler der Klassen 4-9).
  • Wöchentlich im Stundenplan verankerte, altersentsprechende Sozialtrainings (z.B. „Lubo aus dem All“,..).

Innerhalb des Kollegiums besteht Konsens darüber, dass ein enger, täglicher Austausch über schultägliche Vorfälle und Beobachtungen notwendig ist, um Problemlagen und Krisen rechtzeitig zu erkennen und ihnen proaktiv zu begegnen (Prävention statt Deeskalation!).

  • Tägliche Schulteamsitzung am Ende des Schultags zur gegenseitigen Information und Absprache präventiver Maßnahmen bei sich bereits abzeichnenden Konfliktlagen (Verabredungen von Verantwortlichkeiten, Einzelmaßnahmen, und Handlungsstrategien für eventuell am nächsten Tag auftretende Krisenszenarien) sowie gemeinsam Abstimmung notwendiger Interventionsmaßnahmen nach Konflikten und Kriseneskalationen.

 

  1. Interventionsmaßnahmen

In Situationen, in denen es Konflikte gibt und/oder sich Schülerinnen und Schüler grenzsuchend verhalten, ist eine klare Erziehungsbotschaft bereits zu Beginn einer sich abzeichnenden Krise notwendig. Die jeweils gewählte pädagogische  Maßnahme soll verhältnismäßig auf die sich darstellende Situation bezogen sein.

  • Schnell greifende Interventionen bei Unterrichtsstörungen nach dem klassenintern bestehenden Rückmeldesystem (Ampelsystem, Kästchensystem etc.) zur Visualisierung von grenzüberschreitenden, störenden Verhaltensmustern im Sinne einer Orientierung gebenden Rückmeldung mit anschließender Folge pädagogischer Konsequenzen (z. B. soziale Auszeit bei Unterrichtsstörungen, Nacharbeitsphasen und –vereinbarungen bei auftretenden Arbeitsverweigerungen und Arbeitsvermeidungsstrategien etc.)
  • Bei sich abzeichnenden Eskalationslagen Angebot von -mit dem Schüler im Vorfeld vereinbarten- Auszeitregelungen (Angebot einer Rückzugsmöglichkeit, evtl. Übergang in den Sozialpädagogischen Stützpunkt)

Für die Intervention in schwierigen Situationen und in Krisenfällen gibt es schulintern entwickelte Absprachen und für besondere Problemlagen jeweils einen Handlungsleitfaden, welcher den involvierten Kolleginnen und Kollegen für diese schwierigen Situationen Orientierung gibt.

  • Bei verbalen Übergriffen und Mobbingstrategien: Soziale Auszeit, Verhaltensreflexion (Reflexion des Auslösers, der Außenwirkung und der folgenden Konsequenzen) sowie Prinzip der Wiedergutmachung als Voraussetzung für die Rückkehr in den Klassenverband.
  • Bei körperlichen Übergriffen: Abfolge des schulintern erarbeiteten „Deeskalations-Leitfadens“, der den Pädagogen Handlungssicherheit in den verschiedenen potentiellen Krisensituationen gibt.
  • Bei strafrechtlich relevanten Vorfällen : Einbeziehung der Polizei gemäß dem “Erlass zur Zusammenarbeit zwischen Schule, Polizei und Staatsanwaltschaft“.
  • Bei schwerwiegenden Verstößen gegen die Schulordnung kann eine „Pädagogische Auszeit“ für den folgenden Schultag beschlossen werden. Dies ist ein Erziehungsmittel, das mit den Eltern beim Zielvereinbarungsgespräch besprochen wird. Es dient der zeitlich unmittelbaren Rückmeldung an den betreffenden Schüler, dass ein bestimmtes Verhalten nicht geduldet wird und geht mit der Bearbeitung von verschiedenen Reflexionsaufgaben im häuslichen Umfeld einher. Die „Pädagogische Auszeit“ ist nicht durch das NSchG gedeckt, sondern wird mit den Eltern verbindlich vereinbart. Sie ist ein zeitlich dem Vorfall unmittelbar folgendes erziehliches Signal und stellt eine niedrigschwellige Alternative zur Einberufung einer Klassenkonferenz und dem Beschluss von Ordnungsmaßnahmen dar.

Grundsätzlich ist die Einberufung einer Klassenkonferenz sowie der Beschluss von Ordnungsmaßnahmen entsprechend dem NSchG ebenfalls als  Orientierungshilfe und Erziehungsbotschaft zu bewerten. Der schulische Ordnungsrahmen und der Schulfrieden muss seitens der Schulleitung verantwortet werden. Die Sicherheit von Mitschülern und Kollegen muss in Gefährdungslagen gewährt sein, so dass das Recht des Einzelnen auf Beschulung in diesen Fällen nicht uneingeschränkt gelten kann.

Bei schwerwiegenden Vorfällen und Gefährdungslagen sind klare Botschaften an den Schüler selbst und an seine Eltern notwendig, teilweise auch, um dort überhaupt ein Problembewusstsein zu erreichen. Hier muss eine unmittelbare konsequente Reaktion seitens der Schulleitung erfolgen (sofortiger Ausschluss vom Unterricht nach § 43 NSchG sowie Einberufung einer Klassenkonferenz).

 

  1. Sozialpädagogische Unterstützung

Im Rahmen des Erziehungskonzepts der Heinz-Neukäter-Schule bietet der Bereich der Sozialpädagogik Unterstützung und Hilfe für Schüler und Lehrkräfte. Die Sozialpädagoginnen sind täglich im Kontakt mit den Kindern und Jugendlichen und stehen diesen nach Wunsch immer zu Gesprächen oder im Fall von Konflikten zur Klärung derselben zur Verfügung. Dem Bereich Sozialpädagogik kommt sowohl im Bereich der Prävention als auch im Fall benötigter Intervention eine besondere Rolle zu. Bei eskalierenden Konflikten besteht die Möglichkeit den Deeskalationsraum des Sozialpädagogischen Stützpunktes zu nutzen.

  • „Sozialpädagogischer Stützpunkt“ als präventives Angebot:

Angebot von Einzelgesprächssituationen (Reflexion von Verhaltensmustern und ihren zugrundeliegenden Motiven, Reflexion deren Außenwirkung und sozialen Folgen, Erarbeitung alternativer, zielführender Handlungsstrategien)

  • „Sozialpädagogischer Stützpunkt“ als eine Möglichkeit der Intervention:

Unterstützung bei der Klärung von sozial schwierigen Situationen und Konfliktvorfällen (Klärungsgespräch mit allen Beteiligten und Erarbeitung einer Konfliktlösung, zukünftiger Vereinbarungen und Möglichkeiten der Wiedergutmachung, Vorbereitung einer Rückkehr in den Klassenverband nach einer sozialen Auszeit (häufig nach erfolgter Verhaltensreflexion und Verabredung einer Entschuldigung bzw. einer Wiedergutmachung, die den vorhergehenden Konflikt bereinigen soll)

  • Sozialpädagogischer Stützpunkt“ als eine Möglichkeit der Deeskalation:

Angebot bzw. Durchsetzung einer Auszeit im Deeskalationsraum der Sozialpädagogik bei vorliegender Selbst- und Fremdgefährdung.

 

5. Elternarbeit / Netzwerkarbeit

Zwischen allen am Erziehungsprozess Beteiligten (Eltern/Erziehungsberechtigte, Jugendamt bzw. Personen und Institutionen, die im Rahmen der Hilfen zur Erziehung oder im Rahmen ambulanter und stationärer therapeutischer Angebote beauftragt sind) soll Transparenz über die bestehenden Förderziele bestehen. Der gemeinsame pädagogische Auftrag soll klar beschrieben und die Zielrichtung der pädagogischen Maßnahmen verdeutlicht werden. Durch enge, regelmäßig stattfindende  Absprachen miteinander soll das Kind/der Jugendliche eine in allen Lebensbereichen übereinstimmende Orientierung und klare erziehliche Botschaften erhalten. Ziel ist der Aufbau einer Erziehungspartnerschaft mit allen am Erziehungsprozess Beteiligten, die durch verbindliche Absprachen und eine regelmäßige Kommunikation geprägt ist.

  • Zielvereinbarungsgespräche zu Beginn des Schuljahres sowie Zielreflexionsgespräche während des Schuljahres: gemeinsame Erarbeitung eines Förderplans, einer übereinstimmenden Erziehungslinie, eines Mandats zur Erziehung, das seitens der Eltern den Vertretern der Heinz-Neukäter-Schule erteilt wird, sowie Vereinbarung von Kommunikationsstrukturen, Notfallabsprachen und übereinstimmenden pädagogischen Verabredungen.
  • Vereinbarung regelmäßiger Kommunikationsanlässe (telefonische Kontakte, bei Bedarf wöchentliche telefonische Verabredungen, Kommunikation über das Mitteilungsheft).
  • Elterngesprächskreise zu verschiedenen pädagogisch relevanten Themen (geleitet durch das Sozialpädagoginnenteam der Heinz-Neukäter-Schule)
  • Beteiligung der Eltern an der Gestaltung des Schullebens

 

Entwurf: Stand 09.2013

 

 

 

 

   
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